Das lässt sich mit den bestimmten Werten einer WS nur im kurzen Zeitraum erfassen (Winzunahme, anstieg der Lftft., abnahme der Sonnenintensität etc...), da ist dann aber meist das Gewitter schon da.
Warm und hohe Luftft. sind die besten bringer für Gewitter. Ansonsten kann ich Dir nur 2 Arten von Karten anbieten, mit denen du in etwa sagen kannst, dass heute hohes Gewitterrisiko herrscht:
Die einen nennen sich:
CAPE+Lifted Index
CAPE (convective available potential energy) ist eine Maßzahl für die maximale kinetische Energie (Bewegungsenergie), die einem Luftpaket bei einem möglichen Aufstieg vom Niveau der freien Konvektion bis zum Niveau, in welchem der Auftrieb verschwindet (was in etwa der Wolkenobergrenze entspricht), in einer labil geschichteten Atmosphäre zur Verfügung stehen würde. Dabei wird vereinfachend angenommen, dass
* das Luftpaket aufsteigt, ohne dass ein Austausch mit der Umgebungsluft stattfindet (also kein turbulentes Einbeziehen von Umgebungsluft ("Entrainment"))
* das Luftpaket sich ständig im Druckgleichgewicht mit der Umgebung befindet
* der kondensierte Wasserdampf sowie Wolkentröpfchen dem Auftrieb des Luftpaketes nicht entgegenwirken (was sie in der Praxis durch ihr Eigengewicht sowie durch Reibungseffekte stets tun)
Diese limitierenden Faktoren bewirken, dass die kinetische Energie, die aus der Vertikalwindkomponente eines real aufsteigenden Luftquantums resultiert, immer etwas geringer ist als der theoretisch berechnete Maximalwert CAPE.
CAPE wird somit in der Praxis dazu verwendet, um die maximale Intensität eines möglicherweise auftretenden konvektiven Wetterereignisses abzuschätzen. CAPE liefert dabei jedoch keinerlei Hinweise darauf, ob es tatsächlich auch zu einer Auslösung der Konvektion in dem betreffenden Regionen mit erhöhten CAPE-Werten kommt. Dies ist immer gesondert zu untersuchen.
Typische Größenordnungen für CAPE sind etwa 500 bis 1000 m2/s2 in den Tropen. In den mittleren Breiten werden bei Schwergewitterlagen im Einzelfall bis weit über 3000 m2/s2 registriert, vor allem im mittleren Westen der USA. Werden bei derart hohen CAPE-Werten Gewitter ausgelöst, so können die Vertikalwinde in diesen Gewittern auf über 50 m/s (180 km/h) anwachsen. Dies bedingt eine explosionsartige Entwicklung der betreffenden Gewitterzellen und damit auch eine extreme Unwettergefahr.
In dieser Karte sind Linien mit gleichen Werten des 4-Layer Lifted Index (4-Schichten Hebungs Index) in Kelvin über Mitteleuropa dargestellt. Der Lifted Index ist ein Maß für die Stabilität der Atmosphäre. Bei positiven Werten ist die Atmosphäre stabil geschichtet. Negative Werte stellen dagegen eine instabil geschichtete Atmosphäre dar. Je negativer die Werte des Lifted Index werden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Gewittern.
und die andere:
Vertikalwind in 700 hPaDie vertikale Bewegung der Luft bestimmt sehr stark das Wetter vor Ort. Während aufsteigende Luftbewegungen (negative Werte in dieser Karte) Wolken und Niederschlag erzeugen können, sorgen absinkende Luftbewegungen (positive Werte in dieser Karte) für eine Wolkenauflösung und sonnigeres Wetter. Bei mit sehr starker Geschwindigkeit aufsteigender Luft können Gewitter und Unwetter entstehen. Weiteren Aufschluss darüber liefert auch die Karte "Vertikalwind 925 hPa", aus der man erkennen kann, ob auch in einer tieferen Luftschicht schon Aufsteigen vorherrscht. Aus der Multiplikation der Werte (hPa/h) mit ungefähr 0,30 ergibt sich der Vertikalwind in cm/s. Der Vertikalwind ist das Ergebniss von Vorticity- und Temperaturadvektion.
Die Erklärungsstexte stammen von Wetteronline und die Karten dazu bekommst du hier:
http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html
und hier:
http://profi.wetteronline.de/
P.s. ich habe Deinen Beitrag ein wenig verändert (Rote Schrift, was die Frage anbelangt und in der Überschrift noch z.B. Gewittervorhersage eingefügt), weil sicherlich noch viele andere solche Fragen haben. Deshalb habe ich es auch gleich in die Wetter FAQ verschoben.