Ich weis nicht, ob du das schon kennst, aber das ist das Prinzip:
Das Glas besteht aus einer hermetisch abgeschlossenen Glasröhre mit einer gesättigten Campher-Alkohol-Lösung. Baumer (siehe Literatur unten) erwähnt eine gesättigte Kaliumnitrat- und Ammoniumchlorid-Lösung, die wiederum mit einer Campher-Alkohol-Lösung vermischt ist. In dieser Lösung wachsen bei Wetteränderung Kristalle. Je stärker die Wetteränderung, desto größer die Kristalle.
Während der zweiten Reise der HMS Beagle arbeiteten FitzRoy und Charles Darwin folgende Schemata des Kristallwachstums heraus:
* Wenn die Flüssigkeit im Glas klar ist, wird das Wetter sonnig und klar.
* Ist die Flüssigkeit flockig, wird es bewölkt. Niederschlag ist möglich.
* Wenn kleine Flöckchen in der Flüssigkeit schweben, kann man feuchtes, nebeliges Wetter erwarten.
* Ein trübes Glas mit kleinen Sternen deutet auf Gewitter.
* Sind an einem schönen Wintertag kleine Sternchen in der Flüssigkeit, wird es schneien.
* Sind große Flocken überall in der Flüssigkeit, wird es je nach Jahreszeit bedeckt oder im Winter fällt Schnee.
* Wenn viele Kristalle auf dem Boden sind, gibt es Frost.
* Wenn sich an der Oberfläche Kristalle bilden, wird es stürmisch.
Das Sturmglas soll dabei eine Vorhersage über einen Zeitraum von ca. 24–36 Stunden erlauben.
Eine Theorie zum Phänomen des Kristallwachstums, die oft zitiert wird, ist der Umstand, dass sich eine Sturmfront in der Regel durch einen sinkenden Luftdruck ankündigt. Je geringer der Luftdruck ist, desto geringer ist die Menge an Fremdstoffen, die in einer Flüssigkeit gelöst sein können, ohne dass diese übersättigt. Der verminderte Luftdruck führt somit zu einer vorübergehenden Übersättigung der Lösung, und es bilden sich temporär Kristalle. Nicht alle Beschreibungen fordern einen hermetischen Verschluss des Glases. In diesem Fall kann der Luftdruck Einfluss auf das Innere des Glases haben. Aber es scheint auch zu funktionieren, wenn das Glas zugeschmolzen, also hermetisch verschlossen ist. In diesem Fall ist der Einfluss des Luftdrucks um etliche Größenordnungen kleiner und damit vermutlich nicht mehr von Belang.
Im Buch Sferics von Hans Baumer findet sich eine genauere Beschreibung der Zusammensetzung der Flüssigkeit im Glas. Baumer konnte durch seinen Versuchsaufbau Temperatur und Druck als wesentliche Einflussfaktoren ausschließen. Er konnte zeigen, dass die Größe der Kristalle in seinem Glas im Wesentlichen an das Auftreten elektromagnetischer Längstwellen (sog. Sferics) gekoppelt ist. Diese Sferics entstehen vor allem in Tiefdruckgebieten in den Bereichen, in denen Luft gehoben wird oder aufgrund von atmosphärischer Labilität steigt. Das Sturmglas zeigt demnach Sferics und somit das Herannahen eines Tiefdruckgebietes, also Schlechtwetter, an. Schon FitzRoy soll vermutet haben, dass die Luftelektrizität – was man im weitesten Sinne als elektromagnetische Wellen interpretieren kann – der Verursacher für das Kristallwachstum ist.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmglas