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Das liebe Streusalz

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Das liebe Streusalz

Ungelesener Beitragvon Frosch Willi » 7. Dezember 2017, 08:56

Ich möchte hier mal ein Thema anstoßen, welches mit Sicherheit den einen oder anderen ebenfalls interessiert. Eine kleine Einleitung dazu, weshalb ich die Diskussion anstoße:

Vergangenes Wochenende verließ ich meine Heimat Oberfranken und fuhr in Richtung Werdau (Sachsen), weil wir dort ein neues Auto für meine Mutter abholen mussten. Wenige Tage zuvor hatte es bei uns etwas geschneit (wirklich nicht wild) und am Samstag waren die Straßen wieder trocken. Mir fiel auf, dass der Belag der A93 im Landkreis Hof, in dem ich wohne, schneeweiß war . . . und zwar vom Streusalz. Es staubte unglaublich und als wir in Werdau ankamen, war mein Wagen von einer weißen Schicht überzogen. Was mir besonders aufgefallen war, ist, dass die Straßen mit Verlassen der A93 auf die A72 nach Sachsen plötzlich wieder ´sauber´ waren. Auf dem Rückweg hatten wir den selben Eindruck. Sobald wir den Landkreis Hof erreicht haben, klebte das Salz in rauen Mengen auf den Straßen. Wohlgemerkt: Wir hatten einen Tag etwas Schnee, der nicht einmal liegen blieb, weil der Boden zu warm war und Bodenfrost gab es dieses Jahr bei uns noch gar nicht. Dennoch hatte man solche Massen an Salz gestreut, als gäbe es kein Morgen mehr.

Eben diese Erfahrung zieht sich durch die letzten Jahre. Alle Welt spricht vom Umweltschutz und von Klimarettung, es werden Milliarden ausgegeben für die Klimarettung und in manchen Kommunen kleistert man die Straßen mit Streusalz und Sole zu, dass einem schon die Augen brennen, wenn man mal durch die Stadt läuft und man den Salzgeschmack auf den Lippen hat. Insbesondere in Hof/Saale ist seit Jahrzehnten der Einsatz vom ´heiligen´ Streusalz regelrecht aus den Fugen geraten. Selbst bei tagelangem schönen Wetter, Plustemperaturen und strahlendem Sonnenschein fahren die Streufahrzeuge wie im Akkord durch die Straßen und kippen tonnenweise das weiße Zeugs aus. Ab Ende Oktober sind bei uns die Straßen feucht, da das Salz das Wasser aus der Luft bindet und sie haben gar keine Gelegenheit mehr zum Abtrocknen, weil immer neues Salz gestreut wird. Im Frühling sehen die Straßenbeläge grausam aus. Das Salz zerstört die Bäume und Wiesen, sämtliche Pflanzen in der Innenstadt und im Umland und was das Salz und insbesondere die Sole, welche man in Hof seit geraumer Zeit mit großen Stolz anwendet, an den Fahrzeugen macht, muss ich hier wohl niemandem sagen. Anstatt umweltbewusst zu streuen, wird der Einsatz von Streusalz und Sole in den letzten Jahren bei uns immer heftiger. Und eben das merkt man, wenn man den Landkreis verlässt. Im weiten Umkreis scheint man doch etwas mehr an die Natur zu denken, denn dort sehe ich keine, vom Streusalz weiße, staubende Straßen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, kam seit letztem Jahr noch Split zum Einsatz und zwar nicht nur in Wohngebieten und an Steigungen, sondern inzwischen sogar auf Hauptstraßen. Eine Kombination, welche jedem Auto den Garaus macht. Ich habe mit einem Lackierer gesprochen, der mir bestätigte, dass die Lackschäden durch Steinschlag in Kombination mit Salz bei uns erheblich zugenommen haben.

Das ist ein Thema, worüber seltsamerweise immer nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. In unserer Stadt regen sich viele Bürger darüber auf, weil der Einsatz von Streusalz wirklich extrem ist, aber man äußert sich sehr verhalten, denn Kritik ist ja heutzutage etwas ganz "Böses". Ich habe in der Sache schon die Stadtverwaltung angeschrieben und angefragt, wie man das mit dem Umweltschutz hält und ob es sein muss, dass man die Straßen pökelt bei 10° Grad und blauem Himmel, ohne Schnee und Bodenfrost. Die Antwort kam:

"Ich als Bürger müsse Verständnis haben, wenn die Kommune daran interessiert ist, dass die Stadbusse auch bei winterlichen Straßenverhältnissen fahren können und außerdem werde ich doch kein Interesse daran haben, einen Unfall zu bauen, nur weil die Straßen mangels Räumung glatt sind. Weiterhin würde man tagsüber Salz und Sole auf die Straßen aufbringen, da es ja nachts möglicherweise gefrieren kann. Der Streudienst würde hier reine Prophylaxe betreiben."
(sinngemäß)

Das mag zwar gut argumentiert sein, hat aber mit den Fakten wenig zu tun. Denn bei längeren Zeitabschnitten ohne Bodenfrost und ohne Schneefall führt sich diese Aussage selbst ad absurdum.

Nun würde mich interessieren, wie es Eure Kommunen mit dem Einsatz von Streusalz halten. Wenn wir ehrlich sind, hatten wir den letzten heftigen Winter 2010/11 und seither waren die Winter ja eher gemäßigt. Werden bei Euch auch die Straßen regelrecht ´gepökelt´ oder achtet man auf die Umelt und hält sich mit dem Einsatz von Salz und Sole zurück?

Freue mich auf Eure Rückantworten.

Schönes Wetter Euch allen und immer eine unfallfreie Fahrt!
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Re: Das liebe Streusalz

Ungelesener Beitragvon Gartenzwerg » 9. Dezember 2017, 13:02

Also hier bei uns ist es eigentlich gleich geblieben. Ich glaube, es wird nur das Notwendige gestreut.

Womöglich hat bei Euch die Stadtverwaltung Angst, das die verklagt werden könnte, wenn mal jemand ausrutscht?
Ist ja heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen, das Leute immer andere für ihre eigene Blödheit bezahlen lassen wollen.
"Ich bin nicht zu schnell gefahren, es war nur nicht ordentlich gestreut"
Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist!
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Re: Das liebe Streusalz

Ungelesener Beitragvon Frosch Willi » 11. Dezember 2017, 09:47

Ich kenne das Phänomen aus den Gesprächen mit meinen Patienten. Ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn draußen die Flocken vor dem Fenster wehen und der Kommentar meiner Patienten dazu ist: "Hoffentlich hört das bald auf!" Und dann kommt fast immer der Spruch: "SCHNEE BRAUCHE ICH NICHT!"

Schon mal gehört?

Hakt man nach, dann bekommt man zu hören, dass man im Winter langsam fahren muss . . . und langsam laufen wegen der Rutschgefahr. Wir leben in einer derart hektischen Zeit, dass sich die Menschen vom Schnee ausgebremst fühlen. Während manche diese ´Zwangsruhe´ genießen, einmal nicht durch die Gegend hetzen, weil es einfach nicht geht, verdammen die anderen diese Jahreszeit.

Seit meinem ersten Eintrag zum Streusalz hatte ich ein Gespräch mit einem Schneepflugfahrer, der wegen Rückenproblemen bei mir ist. Das mit der Masse an Auftausalz in unserer Region hat wohl noch einen anderen Hintergrund. Die Kommune hat in den Vorjahren Massen an Salz gekauft und diese nicht wirklich verbrauchen können, da die Winter ja sehr moderat waren. Jetzt muss das Zeug weg, wenn man für die Entsorgung kein Vermögen zahlen will. Man merkt es deutlich an der Grenze zwischen Bayern und Sachsen. Während bei uns die Straßen weiß vom Salz sind, sind die Straßen in Sachsen sauber. Ich hatte das ja schon geschrieben. Ich war am Wochenende in der Oberpfalz unterwegs und auch da hält man sich mit Streusalz zurück. Die Stadt Hof ist in diesem Punkt schon immer extrem gewesen. Im Winter macht das Autofahren hier keinen Spaß. Da die Straßen in einem beklagenswerten Zustand sind, ist der Einsatz der Räumschilde am Schneepflug nicht möglich, weil man damit den Straßen den Rest gibt. Also wirft man auf den Schnee Salz und Sole und das Ergebnis ist klitschiger Matsch, welcher sich bei entsprechenden Minustemperaturen nicht auflöst. Also schmeißt man wieder und wieder Auftausalz auf die Pampe. Ich hätte gerne mal ein persönliches Gespräch mit dem, der hier den Winterdienst organisiert und dafür verantwortlich ist. Mich würde wirklich mal interessieren, wie viele Tonnen von dem Zeugs hier jedes Jahr verbraucht werden und dann müsste man einen Vergleich mit anderen Kommunen anstellen.

Bei meinem letzten Wagen, er war vier Jahre alt, versagte plötzlich die Lenkung. Meine Werkstatt, welche sich in Münchberg, also ein gutes Stück von Hof entfernt befindet, stellte fest, dass das gesamte Lenkgestänge verrostet war. Wir warfen einen Blick unters Auto und ich war entsetzt, wie der Unterboden aussah. Der Werkstattmeister brachte es auf den Punkt: "So sehen alle Autos aus, welche im Winter in Hof gefahren werden."

:mrgreen:

Das war Grund genug, mir dieses Jahr ein Winterauto zuzulegen!
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