Grobe tendenz für Herbst/Winter

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Grobe tendenz für Herbst/Winter

Neuer Beitragvon Winterfan am 20. August 2006, 21:03

Moin Moin

Als gemütlichkeits-freak und winterfanatiker bleibt für mich die frage ob man schon "sehr)grob sagen kann wie und wann ie erste milderung der "noch)sommerlichen temperaturen zu erwarten sein könnte.

Danke
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Neuer Beitragvon tfk78 am 22. August 2006, 07:46

Wieso denken eigentlich immer noch so viele Leute, dass die Menschheit in der Lage dazu wäre, Langfristprognosen zu erstellen? Drei Tage sind halbwegs möglich, eine Woche geht als Tendenz, alles andere ist Kaffeesatzleserei... Sorry, aber so ist es nunmal. Ist aber ja auch eigentlich ganz schön, es muss ja nicht alles berechenbar sein, oder? Aber es wird ganz bestimmt im nächsten Winter mal kalt werden, soviel ist (fast) sicher...
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 22. August 2006, 12:31

Eine grobe Richtung kann man angeben.
Der August ist west, also durchwasen mit kaum mehr richtigen sommerlichen Temps. Für die erste Hälfte des Sept. könnte ähnliches zu erwarten sein.

Weiter gehts aber wirklich kaum.
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Neuer Beitragvon tfk78 am 22. August 2006, 12:59

Na ja, ok. Natürlich kann man statistisch abschätzen, auf welche Witterung in einem bestimmten Zeitraum eine andere folgt. Aber ob es dann eintritt ist vollkommen unklar. Genauso plötzlich wie der Umschwung von der extremen Wärme im Juli zur nun herrschenden durchschnittlichen Augustwitterung gekommen ist kann es durchaus auch noch mal zurück schwenken. Im letzten Jahr folgte auf den durchwachsenen August auch noch ein sehr warmer Septemberbeginn mit Werten zum Teil über 30°C...
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 22. August 2006, 13:15

Nein, eine grobe Richtung kannst du fast immer angeben.
Wenn die Großwetterlage es eben hergibt.

Momentan steht alles auf West und das Hoch macht keinerlei antalten sich dazwischen zu quetschen.
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Neuer Beitragvon tfk78 am 22. August 2006, 13:21

Das stimmt wohl, aber ich bezweifle dennoch, ob eine solche Aussage sich für mehr als maximal zehn Tage halten lässt. Wenn man sich die Trendaussagen der Wetterdienste für längere Zeiträume ansieht, dann liegen sie bei Zeiträumen über einer Woche doch meist sehr weit auseinander, und ich denke, dass die professionellen Wetterdienste schon versuchen, so gute Arbeit wie eben nur möglich zu leisten. Selbst dann ist der Unsicherheitsfaktor so groß, dass es eigentlich unerantwortlich ist, solche Trends zu veröffentlichen.
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 22. August 2006, 13:27

Gut, ich sage nun für 9 Tage das Wetter im Groben vorher:
Bis 31.08. bleibt es wechselhaft bei Tagestemperaturen von 15-25°C, wobei die Temperatur in den meisten Gebieten um 20°C liegen dürfte.
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Neuer Beitragvon Winterfan am 22. August 2006, 20:27

Denke damit wirste richtig liegen.
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 31. August 2006, 06:38

Na, hat doch so im Großen und Ganzen hingehauen ;-)
Und das war eine Vorhersage, die deutschlandweit Gültigkeit hatte ohne Einschränkungen für 9 Tage.

Du siehst, wenn man ein Gefühl für Großwetterlagen hat, kann man sich auch durchaus auf längere Vorhersagen einlassen. Natürlich kann man sich dabei auch gewaltig in die Nesseln setzen!!

Jetzt z.B. wird es wärmer, da sich ein Hochdruckkeil aufbauen kann. Aber jetzt werde ich keine Vorhersage auf 9 Tage machen, da diese Wetterlage zu instabil ist. Da gibt es zum einen die Erhaltungsneigung der Großwetterlage. Es kann also sein, dass es über das Wochenende schön und warm wird, dann aber wieder in das alte Muster zurückfällt, oder das Hoch schafft es und wir haben einen schönen September.

Das ist jetzt alles zu Unsicher. Jetzt kann man es maximal für 5 Tage vorhersagen, da wir wahrscheinlich uns jetzt in einen Wechsel der Großwetterlage befinden
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Neuer Beitragvon tfk78 am 31. August 2006, 06:48

Du hast recht, es hat hingehauen. Glückwunsch! Ich sage auch nicht, dass es unter gewissen Voraussetzungen nicht möglich ist, eine Vorhersage zu wagen. Aber du gibst mir mit deinem Post auch Recht, dass es im Mittel aller Vorhersagen einfach noch nicht möglich ist, längerfristig richtig zu liegen. Es geht ja nicht darum, ob wir es schaffen, die Fortdauer einer relativ stabilen Großwetterlage vorherzusagen, sondern ob wir es schaffen, wirklich längerfristige Wettervorhersagen zu erstellen.
Klar, wenn sich einmal eine zyklonale Wetterlage in unseren Breiten "eingefressen" hat, so wird sie zunächst eine ganze Weile Bestand haben. Genau so, bei einem ortsstabilen, kräftigen Hoch über Nordosteuropa im Winterhalbjahr. Aber was machen wir bei all den anderen Wetterlagen? Da müssen wir einfach anerkennen, dass wir zwar durch Erfahrung eine gewisse Tendenz abschätzen können, und eventuell auch statistische Wahrscheinlichkeiten angeben können, wie lange sich das Wetter noch halten wird, aber eine wirkliche Vorhersage ist dann einfach nicht möglich.
Was man aber ganz sicher für den Herbst und Winter sagen kann, ist, dass es kälter wird als im Sommer. Aber das war es dann auch schon...
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 31. August 2006, 07:03

Es gibt einen interessanten 10 Jahres Zyklus beim Wetter. Das heisst, es gibt 10 "kalte Jahre" und 10 "warme Jahre". Momentan müssten wir wieder in die 10 Jahre "kalte Phase" rutschen. Die "" sind deshalb gesetzt, weil es in diesem 10 Jahres Zyklus auch das Gegenteil mal eintreffen kann. Das Wetter unterliegt gewissen Zyklen man ist nur noch nicht dahintergekommen, welche das sind ;-)

Natürlich kann ich dir uneingeschränkt recht geben, dass man über Monate hinaus keine exakte Vorhersage treffen kann. Aber so wie man sagen kann das es im Sommer relativ Warm wird und im Winter kalt (jetzt mal wirklich runtergebrochen aufs unterse Niveau :-) ), so kann man auch sagen, wie sich das Wetter im Winter verhält aufgrund der Vormonate.

Jetzt kommt die Wahrscheinlichkeit:
Es gab heiße Juli Monate, denen ein kühler August folge. Schaut man dann auf die darauffolgenden Winter, so stellt man fest das diese recht kalt ausgefallen sind.

So könnte man sich aus dem Fenster lehnen, alle wissenschaftliche Bedenken ausser acht lassen und behaupten:
Der Winter wird kalt (welch Erkenntniss :-) )
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Neuer Beitragvon tfk78 am 31. August 2006, 07:13

Was eignetlich auch mal wieder ganz schön wäre, meine persönliche Meinung. Warme Winter sind ja eher nass und trüb, ich stehe da eher auf Schnee, der von kalten, sonnigen Phasen abgelöst wird ;)
Das mit den Phasen ist sicher so, vielleicht hat es ja was mit den Sonnenflecken zu tun. Was das ganze aber immer schwieriger werden lässt, ist der Klimawandel. Auch wenn er ja mittlerweile fast nur noch ein abgegriffenes Schlagwort in den Medien ist, so zeigt sich doch, dass unsere Erfahrungen im BEreich der Meteorologie immer seltener zutreffen werden. Das Wetter ist chaotisch, trotz einige hineingerechneter Zyklen, aber es wird wohl in Zukunft noch chaotischer werden. Ich bin ein großer Verfechter von Bauernregeln und ähnlichem. Jedenfalls bis zu dem Grad, dass wir es immer nur als Tendenz ansehen. Aber Lostage und Wetterzyklen scheinen sich in der Vergangenheit immer seltener erfüllt zu haben. Dennoch denke ich, dass ein Supercomputer allein nie in der Lage sein wird, eine plausible Vorhersage zu treffen. Es braucht immer den Menschen dahinter, der die Ergebnisse interpretiert.
Auf den Punkt der Langfristvorhersage reduziert heißt das: Wahrscheinlich wirst du mit deinen Aussagen zum Winter recht haben. Aber verlassen sollte man sich nie darauf. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt ;)
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 31. August 2006, 07:25

Nein, das Wetter obligt keinen Lostagen (wäre zu schön). Du musst das Wetter weitreichender sehen. Geh mal gedachte 100.000 Jahre zurück, was das Wetter in diesem Zeitraum alles angestellt hat. Das was wir jetzt haben oder gehabt haben ist eine ruhige Phase. Das Wetter unterliegt Energien....

Wir haben der Atmosphäre in den letzten Jahren Energie zugeführt, mal sehen was das Wetter daraus macht. Es gibt da ja zwei Theorien. Ich glaube an die nicht so Populäre...
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Neuer Beitragvon tfk78 am 31. August 2006, 07:45

... also der Abschwächung des Golfstroms? OK, anderes Thema ;)
Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Ich bin zu sehr Wissenschaftler (kein Meteorologe oder Klimatologe), als dass ich Lostagen oder Bauernregeln zu viel Bedeutung zumesse. Was ich sagen wollte ist folgendes: Es gibt gewisse Regeln, die mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit Gültigkeit besitzen. Lostage fasse ich dabei in die große Reihe der Bauernregeln. Wenn man zum Beispiel die berühmte Siebenschläferregel nimmt (ein Lostag), dann kann man, wenn man die 14 Tage um diesen Tag betrachtet, schon eine gewisse Tendenz für den Sommer feststellen (==> Großwetterlage). Es kann allerdings auch sein, dass etwas ganz anderes passiert.
Natürlich ist unser Klima zur Zeit alles andere als extrem, da brauchen wir nicht einmal so weit zurückgehen. Die "kleine Eiszeit" ist erst seit gut 150 Jahren zu Ende, und ich denke, dass die Menschen damals sich unsere milden Winter gewünscht hätten.
Das mit den Energien ist soweit ja richtig. Aber was wir im Moment machen ist weniger die Zufuhr von Energie (gut, ein bisschen, aber global gesehen ist die Abwärme aus menschlichen Aktivitäten wohl eher zu vernachlässigen) als die chemische Manipulation der Atmosphäre und die physikalische Manipulation der Eigenschaften der Erdoberfläche. Dadurch verändert sich der Energieumsatz und es kommt zur momentanen Erwärmung. Das Schlimme daran: Der Wandel scheint sehr stark rückgekoppelt zu sein. Es wird also wärmer, folglich haben wir weniger Schnee und Eis, wodurch die Albedo reduziert wird und eine weitere, stärkere Absorption von langwelliger Strahlung die Erwärmung weiter beschleunigt.
Was das für die Wettervorhersage bedeutet? Ich denke, dass es in Zukunft, bei einem sich beschleunigendem Klimawandel, immer schwieriger sein wird, "sichere" Vorhersagen zu treffen. Wenn wir es nicht schaffen, die Technologien wenigstens in dem gleichen Maße zu verbessern in dem sich das das Weltklima verändert, werden wir es nicht schaffen, die Qualität der Vorhersagen zu verbesser, sondern eher im Gegenteil. Denn die Simulationen, mit denen wir arbeiten entsprechen immer nur dem aktuellen Wissensstand. Und da sind unsere Modelle noch immer sehr grobmaschig. Wir können einfach noch nicht wissen, wie die einzelnen klimatischen Parameter auf eine veränderte Atmosphäre reagieren, denn die Datenbasis aus vergangenen Warmzeiten ist dann doch eher dürftig.
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 31. August 2006, 09:21

Golfstrom mal unabhängig....

Je wärmer
-> desto mehr Eis wird verflüssigt
-> Meer steigt an
-> mehr Wasserfläche und Wasser zum verdampfen
-> mehr Wolken, mehr Niederschlag
-> das bedeutet weniger Sonneneinstrahlung
-> weniger Sonneneinstrahlung bedeutet kühleres Wetter
-> kühleres Wetter bedeutet wieder vermehrte Eisbildung

Aber in welchen Zeitraum das abläuft....wage ich nicht zu beziffern. Aber so in etwa ist das Selbserhaltungsprinzip des Systems. Welche Extreme dabei auftreten werden wir wahrscheinlich nicht mehr erleben. Aber das System reguliert sich wieder von selbst, nur obs dann noch Menschen gibt ;-)
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Neuer Beitragvon tfk78 am 31. August 2006, 09:25

;)
Mehr Wolken heißt aber auch mildere Nächte, was die Abkühlung wieder wenigstens zum Teil ausgleicht... Und Wasserdampf ist auch ein Treibhausgas, sorgt also, sofern noch nicht zu Wolken kondensiert, für einen Temperaturanstieg...
Das System Erde ist träge, wenn es sich jetzt also, erwiesenermaßen, erwärmt, wird es sich zunächst zunehmend erwärmen. Bis es dann alles wieder "kippt" und die von dir beschriebenen Effekte wieder eine Abkühlung bewirken... Aber wie von dir gesagt, das wird dauern...
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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 31. August 2006, 09:31

Ja klar, das war ja auch sehr sehr vereinfacht von mir dargestellt. Mit mehr Niederschlag und Wolken meinte ich, dass es durchaus über Monate hinweg Dauerregen geben könnte
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Neuer Beitragvon tfk78 am 31. August 2006, 09:35

Wenn es sich so darstellt wie bisher, dann ist das mit dem Eis ja auch nicht ganz falsch. In Gegenden, wo es bisher noch kalt genug geblieben ist, um Gletscherbildung zu ermöglichen, wachsen die Gletscher ja auch (z. T. Alaska, Norwegen), weil es eben mehr Niederschlag gibt. Aber bei dem gesamten System muss man eben das globale Mittel sehen, und da sieht es so aus, dass die Eisfläche insgesamt abnimmt. Selbst in der Antarktis, wo man eigentlcih immer von einem verstärkten Gletscherwachstum durch höhere Niederschläge ausgegangen war, zeigt sich nun, dass wenigstens in den letzten Jahrzehnten trotz gestiegener Temperaturen keine Niederschlagszunahme erreicht wurde...
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