Die Gefahr von Stromausfällen in Baden-Württemberg ist vorerst gebannt. "Das kühlere Wetter hat die Lage deutlich entspannt", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums nach einem weiteren Treffen von Fachleuten der Energie- und der Wasserwirtschaft mit der Landesregierung am Montag in Stuttgart. Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) hatte in der vergangenen Woche regional begrenzte und zeitlich befristete Stromabschaltungen als Folge der anhaltenden Hitze nicht ausgeschlossen.
Das Umweltministerium hob am Montag noch bestehende Ausnahmeregelungen für die Einleitung von Kühlwasser der großen Kraftwerke in die Flüsse auf. Ab sofort darf das Flusswasser nach einem Kraftwerk nur noch maximal 28 Grad Celsius warm sein, wie es der gesetzliche Grenzwert vorsieht. Wegen der Hitze und der niedrigen Pegelstände waren in den vergangenen Tagen für Kohle- und Atomkraftwerke entlang des Rheins und des Neckars Ausnahmegenehmigungen für höhere Temperaturen bis zu 30 Grad erlaubt worden. In einem ersten Schritt hatte das Umweltministerium am vergangenen Mittwoch die Temperaturvorgaben für die Einleitung von Kühlwasser bereits verschärft.
Der Block II des Atomkraftwerks Philippsburg darf nach Angaben des Umweltministerium seit vergangenen Freitag auch wieder in vollem Umfang Strom produzieren. Die Kraftwerksleitung hatte vor eineinhalb Wochen die Leistung des ReaktorS auf Anordnung des Ministeriums auf 80 Prozent gedrosselt. Die Betreiber hätten nun nachgewiesen, dass Block II auch mit einer Flusstemperatur von mehr als 25 Grad sicher betrieben werden kann. Ob auch Block I in Philippsburg seine Leistung erhöhen darf, werde geprüft, wenn entsprechende Nachweise vorliegen, teilte das Umweltministerium weiter mit. Die Atomkraftwerke Neckarwestheim II und Obrigheim sind derzeit wegen der Jahresrevision und des Brennstäbewechsels abgeschaltet. Für kommenden Montag ist eine weitere Gesprächsrunde über die Stromversorgung geplant.
Quelle:
badische-zeitung

