Hallo an alle.
seit Jahren bin ich ein begeisterter Radler, der allerdings auch mal auf das Auto umsteigt, wenn es sein muss.
In den letzten zwei Jahren bin ich über 8000 km mit dem Fahrrad hier in Rostock durch die Stadt gefahren.
Ich weiß aus Erfahrung, dass Bequemlichkeit und Schnelligkeit viele Autofahrer vom Rad fahren abhalten, jedoch weiß ich, dass man genauso schnell mit dem Fahrrad in der Stadt ist, wie mit dem Auto.
Für eine Strecke von 10 Kilometern hier innerhalb von Rostock braucht man mit dem Auto ca. 20 Minuten. Dabei ist noch nicht eingerechnet, die Parkplatzsuche und das Stehen an den, mir zu viel erscheinenden, Ampeln. Mit dem Fahrrad brauche ich ca. 30 Minuten (+/-5 Minuten), inklusive Ampeln und "Parkplatzsuche".
Vorteile des Radelns liegen für mich auf der Hand. Einerseits tue ich nicht wenig für meine Gesundheit, spare Kosten für Sprit und schone die Umwelt durch kein zusätzlich entstehendes CO2.
Allerdings könnte auch hier in Rostock die CO2 Belastung gesenkt werden. Ein wesentlicher Faktor ist die berühmte grüne Welle. Egal wo man in Rostock lang fährt, überall muss man als Auto- und auch als Radfahrer an roten Ampeln stehen.
So stehen auf 1,7 km Strecke zwischen Lütten Klein und Evershagen 12 Ampelanlagen, die keineswegs eine Grüne Welle erzeugen. Meistens sind diese Ampeln beeinflusst, durch herannahende Fahrzeuge und die Straßenbahn. Eine Ampelschaltung, in Evershagen ist besonders empfindlich geschaltet. So braucht nur jemand aus der Nebenstraße auf die Induktionsschleife fahren und der Hauptverkehr wird binnen 10 Sekunden gestoppt, egal wie lange für den Hauptverkehr grün ist.
Von den besagten 12 Ampeln steht mindestens jede zweite Ampel auf rot, egal, ob man mit 50 oder mit 30 km/h angerollt kommt. Es führt hier kein Weg vorbei, an den Ampeln zu halten.
Ich habe mich auf meiner Webseite schon mit dem Thema Umwelt auseinandergesetzt, allerdings noch nicht mit dem Thema CO2-Ausstoß, sondern mit dem Thema Energiesparen. Allerdings gibt es in beiden Punkten eine Gemeinsamkeit: Wer nichts tut, wird auich nichts verändern.
Beispiel: Fahre ich von Montag bis Freitag täglich in die Stadt, so komme ich auf 100 km Fahrleistung. Auf einen Monat gerechnet auf sind das 400 km.
Bei einem durchschnittlichen Benzinverbrauch von 7 Litern auf 100 km verbrauche ich in dieser Zeit 28 Liter, oder umgerechnet 36,40 Euro, bei einem Benzinpreis von 1,30 Euro pro Liter. Vom CO2 in diesem Fall abgesehen.
Ok. 7 Liter auf 100 km lassen sich in der Stadt selten wirklich realisieren, meist sind es 10 Liter oder noch mehr, je nach Fahrstil und Verkehr. Allerdings gibt es auch 15 Jahre alte Autos, die egal, ob Stadt, Autobahn oder Landstraße, immer maximal 6,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.
Nun ist es allerdings egal, wie viel ein Auto verbraucht, Tatsache ist, dass es Sprit verbrauch und CO2 erzeugt.
Im letzten Jahr gab es vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) in Rostock die Aktion mit dem Rad zur Arbeit. Sieger konnte der jenige werden, der mehr als 80% seiner Arbeitstage mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist.
Ich bin auch ein halbes Jahr zwischen Lütten Klein im Nordwesten von Rostock und Brinckmanshöhe im Südosten der Stadt hin und her gependelt. Dazu sei gesagt, dass es Winter war, die Gesamtstrecke 24 Kilometer am Tag betrug, und ich bin nur 5 Mal mit dem Auto und 1 Mal mit dem Bus gefahren. Der Rest der Zeit war dann dem Fahrrad gewidmet.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es garnicht so schlimm ist, das Auto mal stehen zu lassen und auf den Drahtesel umzusteigen. Was den meisten Menschen fehlt ist die Motivation, was für sich, ihre Gesundheit und auch die Umwelt zu tun. Man muss ja nicht immer einen Sprint hinlegen, um am Ziel anzukommen, es reicht auch die ruhige Fahrweise, und 10 oder auch 14 Kilometer sind eigentlich keine Hürde, man sollte es nur einmal probieren.
Maik

