08.01.2005 Heftiger Sturm wütet über Deutschland

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08.01.2005 Heftiger Sturm wütet über Deutschland

Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 8. Januar 2005, 17:50

Ein Sturm mit starkem Regen ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 181 Stundenkilometern über Deutschland und den Norden Europas gefegt. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt. Mehrere Autobahnbrücken mussten gesperrt werden. Vielerorts kam es zu Überschwemmungen. Auf der Ostsee musste der Fährverkehr eingestellt werden.

Hamburg - Das Orkantief "Erwin" wütete im Norden und in den Mittelgebirgen. 50.000 Haushalte in Großbritannien und 60.000 in Irland hatten keinen Strom mehr. Vor der Küste Westschottlands lief im Sturm eine Fähre auf Grund. Schwere Schäden blieben zunächst aus.

Wegen der Windstärke mussten Autobahnbrücken komplett gesperrt werden. Betroffen waren laut Polizei die A7 und A23. Es bestehe die Gefahr, dass sonst Fahrzeuge von den Brücken geweht würden. "So etwas kommt nur ganz selten vor", sagte ein Polizeisprecher. In den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland wurden zahlreiche Bäume umgeknickt und stürzten auf Straßen und Schienen. Zudem wurde der Autozug-Shuttle nach Sylt eingestellt. Auf der beliebten Ferieninsel wurden nach Angaben der Polizei zahlreiche Dächer abgedeckt. "Äste, Dachziegel, Mülltonnen und alles, was sonst nicht festgemacht war, flog durch die Luft", sagte ein Sprecher. Der Deutsche Wetterdienst für die beiden Landkreise seine höchste Warnstufe überhaupt ("extremes Unwetter") aus.

Auf der Ostsee wurden alle Fahrten zwischen Rostock und Gedser in Dänemark bis Morgen früh abgesagt. Auch die Ostseefähre zwischen Sassnitz auf der Insel Rügen und dem südschwedischen Trelleborg sowie weitere kleinere Fährlinien vom Festland zu den Inseln Rügen und Hiddensee stellten den Betrieb ebenso ein wie die Linie zwischen dem schwedischen Ystad und der dänischen Ferieninsel Bornholm. Auf der Nordsee blieben die Fähren zwischen Hirtshals in Dänemark und Larvik in Norwegen im Hafen.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz warnte heute vor einer Sturmflut. Nach der mit Temperaturen um 10 Grad wärmsten Januarnacht in Norddeutschland seit mehr als 100 Jahren fegten Stürme mit Orkanböen über Hamburg und Schleswig-Holstein hinweg. In List auf Sylt, wo der Wetterdienst Meteomedia Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 181 Stundenkilometern ermittelte, wurden nach Angaben der Polizei Dächer abgedeckt, in vielen Teilen Schleswig-Holsteins Bäume umgerissen. Ein umgestürzter Baum blockierte die Bahnstrecke Hamburg-Flensburg. Sie musste über mehrere Stunden gesperrt werden. An der Nordseeküste wurde mit Überflutungen der Strände und des Deichvorlandes gerechnet. Auf einer Thüringer Autobahn bei Ilmenau kippte ein Lastwagen mit Hänger durch eine Sturmböe um. Der Fahrer wurde leicht verletzt, die Autobahn kurzzeitig gesperrt.

Im Norden von Großbritannien haben starker Regen und Sturm zu schweren Überschwemmungen geführt. Die nordenglische Stadt Carlisle wurde heute durch Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten; alle Zufahrtsstraßen waren überschwemmt. Militärhubschrauber holten Einwohner von den Dächern ihrer Häuser. Andere Menschen brachten sich mit Booten in Sicherheit.

Die vor dem schottischen Hafen von Cairnryan auf Grund gelaufene Fähre "The European Highlander" habe 43 Passagiere und 57 Crewmitglieder an Bord, teilte die Reederei P&O mit. Niemand sei verletzt, es bestehe "keine unmittelbare Gefahr", hieß es von der Küstenwache. Bei Abflauen des Sturms solle versucht werden, die aus Nordirland kommende Fähre mit Schleppern frei zu ziehen.

In den Niederlanden verunglückte bei stürmischen Winden ein 17-jähriger Deutscher mit seinem Hängegleiter. Er stürzte acht Meter in die Tiefe und wurde verletzt. Der Sturm, der vor allem den Nordwesten des Landes traf, riss Dachziegel ab und entwurzelte Bäume. Mehrere Fährverbindungen wurden auch hier vorübergehend eingestellt. Auf dem Flughafen Schiphol bei Amsterdam gab es Verspätungen, weil der heftige Wind Starts und Landungen nur auf einer Bahn erlaubte.

Quelle:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,336070,00.html
Micha_Esslingen
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Orkan Erwin "Angeltrip"

Neuer Beitragvon Fischfreund am 3. Januar 2006, 13:44

Hallo,
also wir wollten uns mal zum Orkan Erwin am 8.1.2005 äußern:
Wir waren in freudiger Erwartung auf den 8 Januar, da wir ein Angeltrip über das Wochenende an der Schleimünde (Kappeln/Eckernförde/Flensburg) geplant hatten.
Wir hatten vorher bereits in den Nachrichten erfahren, dass es ein wenig unbeständig werden sollte, in bezug auf die Windverhältnisse.
Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und sind am Morgen des 8.Januar zu 6 um 4:00 in Neuss (Düsseldorf) losgefahren.
Als wir kurz vor dem Elbtunnel waren hörten wir uns die aktuellen Nachrichten an.
Nachdem der Nachrichtensprecher uns mitgeteilt hatte, dass ein schwerer Orkan in Anmarsch war, war unsere Moral im Keller.
Da auf uns 400 vorbestellte Wattwürmer warteten, die auch noch über 100 kosteten, sind wir nicht zurückgefahren, sondern habe uns gesagt: Augen zu und durch.
Der ein oder andere wird sich nun denken, wir hätten einen Schuss in der Birne, aber wir sind halt richtige Petrijünger.
Wir hatten noch Glück, dass wir über den Nord-Ostsee Kanal gekommen sind, da die Brücke für Lkws und Anhänger gesperrt war.
Als wir in den Angelshop kamen, um unsere Wattwürmer abzuholen, wusste der Besitzer gleich mit wem er es zu tun hatte.
Er machte uns aber dennoch Mut, da die Witterungsverhältnisse optimal für das Dorsachangeln waren.
Schleimünde war für uns kein unbekanntes Gebiet, deshalb machten uns die Bewohner Kappelns keine Angst.
Am Parkplatz zu Olpenitz angekommen und Gepäck in Form von überdimensionalen Rucksäcken am Körper verstaut und unseren Jagdwaffen unter den Armen ging es los Richtung Schleimünde.
Der Weg ist geprägt von überraschenden Hindernissen (Geröll, Schlaglöcher, Schlamm, Terguss, hohes Gras).
Nach ca. einer halben Stunde kamen wir am Angelrevier Schleimünde an.
Der Wind blies uns schon ordentlich durchs Haar, außerdem hatten wir Probleme aufrecht zu stehen, dies war kaum möglich.
Als wir nach langer Zeit endlich unsere Angelutensilien zum Einsatz bereit gestellt hatten und uns mit Nahrungsmittel gestärkt hatten, ging es auf den Spätnachmittag zu.
Der Wind machte es und unmöglich unser nächtliches Lager, bestehend aus Zelt und Feuerstelle, aufzubauen.
Das aufgebaute Zelt stand ganze 5min., klappte dann aber zusammen und war dem Erdboden gleichgemacht.
Für den Rückweg vom Zelt zur Angelstelle, der ganze 200m betrag, brauchten wir eine gute halbe Stunde.
Zurückgeworfen auf den Boden und total abgekämpft erreichten wir dann doch die Angelstelle.
Der Wind wurde immer stärker und ich war kurz davor ein Bad im Meer zu nehmen, da ich nicht aufgepasst hatte und beinahe im Meer gelandet wäre, konnte mich aber mit einem gelungenen Hechtsprung in den Sand retten.
Der Abend kam näher und `Erwin` auch. Wir machten uns zum nächtlichen Angeln bereit.
Die Angeln wurden mit Wattwürmern und Bleien bis zu 200gr. bestückt.
Die Jagd auf den Ostseedorsch konnte beginnen und um 20:00 landeten wir die ersten Dorsche.
Glücklich zogen wir 18 Dorsche an Land, dann aber verstärkte sich der Wind wiederum und ungemütliche Sandstürme machten uns das Angeln schwer.
Um 11:30 war für uns dann leider Schluss, vor lauter Sand und Wind konnte man nichts mehr sehen, unsere Haare waren von einer 1cm dicken Sandschicht bedeckt und auch die Augen tränten.
Da der Wind so stark war mussten wir die Hälfte des Gepäcks an der Angelstelle lassen und machten uns auf den Rückweg zum Auto.
Für den Weg brauchten wir 1 ein viertel Stunden. Abgekämpft kamen wir am Auto an. Nun sollte es noch nach McDonalds gehen, um den Tag noch halbwegs schön abzuschließen. Als wir 18 Cheeseburger bestellten, stieg uns fast der Verkäufer ins Auto, er konnte seinen Ohren nicht trauen, es war übrigens 10min. vor Ladenschluss. Nachdem gesättigt waren, ging es zum Schlafen. Nach einer engen und ungemütlichen Nacht ging es am nächsten Morgen für 3 Leute von uns noch mal zur Angelstelle, da sie die restlichen Sachen holen mussten. Der Weg war einfach zu gehen, da die komplette Schlei kein Wasser mehr führte, der Schiffsverkehr musste eingestellt werden.
Die Ostsee war um ca.10m zurückgegangen, da der Wind die ganze Zeit vom Land kam und das Wasser mit hoher Geschwindigkeit aus der Schlei rausdrückte.
Wir sprachen an diesem Morgen noch mit einem Einheimischen, der uns mitteilte, dass er ja schon viel hier erlebt hätte, aber so was hätte er auch noch nie erlebt, dabei war er schon Rentner.
Dann ging es für uns wieder nach Hause. Dieses Erlebnis werden wir nie vergessen und jedes Jahr am 8.Januar wird daran gedacht, was wir am (.Januar 2005 erlebten.

Geschrieben von Wahed und Niels Achterberg
Gruß aus Neuss

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Neuer Beitragvon Micha_Esslingen am 3. Januar 2006, 18:36

krass :-)
Aber so ist das halt bei Sturm, keine angenehme Sache vor allem nicht auf offenem Gelände
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Neuer Beitragvon Fischfreund am 22. Januar 2006, 16:58

hallo,
wollte mal fragen, ob es hier jemanden gibt, der sowas ähnliches auch schonmal erlebt hat.

Gruß Wahed!
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